Die Geschichte des Reitklub Hofgarten e.V.
Tradition & Moderne
Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges lag der Reitsport in Deutschland ziemlich am Boden. Aber eine handvoll Düsseldorfer Pferdebegeisterter tat sich zusammen und gründete vor 50 Jahren in Düsseldorf einen eigenen Club.
Zu den 14 Gründungsmitgliedern des Reitklub Hofgartens gehörten illustre Namen wie Herzog und Herzogin von Croy oder der Düsseldorfer Großindustrielle Dr. Gustav Zapp. Ihr Domizil lag mitten im Herzen Düsseldorfs. „Etwa 20 Schulpferde standen uns in der Düsseldorfer Reitbahn an der Jägerhofstraße für die Reitstunden zur Verfügung“, erinnerte sich Heinz-Egon Malsbenden, der von 1960 – 2003 1. Vorsitzender und später Ehrenmitglied des Reitklub Hofgarten war. Den Luxus von Privatpferden konnte man sich damals noch nicht leisten. Geritten wurde auf den Pferden des Stallbesitzers und Reitlehrers Willi Rumstich.
Etikette wurde groß geschrieben. Zur Reitstunde erschienen die Herren mit Hemd, Krawatte und Sakko, für das sonntägliche Musikreiten kleidete „man“ sich in schwarz-weiß. Die Pferde lebten in Ständern, um zur Reithalle zu gelangen wurden sie über einen engen Aufgang in die erste Etage geführt. Doch auch schon damals liebten die Reiter die Ritte an der freien Natur. „Im Hofgarten gab es einige Reitwege,“ erinnert sich Malsbenden, „wir konnten aber auch am Rhein entlang bis nach Kaiserswerth reiten.“ Schon damals wusste man um die Bedeutung der Sommerfrische für die Pferde: Abwechselnd durften die Schulpferde Boxen und Weide in Haus Meer in Meerbusch-Büderich beziehen.
Die 14 Gründungsmitglieder hatten sich die Förderung des Pferdessports und die Geselligkeit auf die Fahnen geschrieben. Und so begann man schon bald mit der Ausrichtung pferdesportlicher Veranstaltungen. Über 34 Jagden veranstaltete der Reitklub alleine im Meerbuscher Gelände.
Zu den Highlights gehörte sicherlich auch der Tag des Pferdes 1966. „Wir sind damals mit 280 Pferden über die Königsallee geritten und machten dann am Karlsplatz ein großes Biwak“, blickte Malsbenden zurück.
1965 wechselte der Reitklub gemeinsam mit der Familie Günter Rumstich zum Gut Nothenhof nach Düsseldorf/Hubbelrath. „Viele unserer Vereinsmitglieder wollten endlich ein eigenes Pferd besitzen, in der Düsseldorfer Reitbahn hatten wir dazu keine Gelegenheit“, beschreibt Malsbenden. Der Reitklub wuchs und gedieh. Besonders Stolz ist man bis heute auf die Mitgliedschaft des legendären Reitmeisters Fritz Tempelmann.
In den 60zigern stellte der Verein die erste Europameisterin der Jungen Reiter und den ersten deutschen Jugendmeister. Ein Beweis, dass der Verein schon damals der Jugendarbeit große Aufmerksamkeit zollte. Über viele Jahre veranstaltete der Reitklub in den Ferien für die Kinder ein großes Ponycamp mit Zeltlager.
In den Achtzigern begann der Boom des Pferdesportes. Immer mehr Menschen konnten sich ein eigenes Pferd leisten, wollten an Turnieren teilnehmen – die Anlage Rumstich war zu klein für die wachsenden Ansprüche geworden.
So verlagerte der Vorstand 1979 den Hauptsitz des Reitklubs Hofgarten zum Neudellerhof an der Düsseldorfer Stadtgrenze. Hier endlich hatte man einen adäquaten Rahmen für die immer größer werdenden Turniere gefunden.
